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Michelangelo - Creazione di Adamo

Er war ein Meister der Hochrenaissance und galt als Wegbereiter des Barock: Der italienische Bildhauer, Maler, Baumeister und Dichter Michelangelo, geboren am 6. März 1475. In seinem Werk verband der Künstler, eigentlich Michelangelo Buonarrotti, die Traditionen der Antike mit den künstlerischen Strömungen seiner Zeit. Michelangelo sah sich vor allem als Bildhauer und schuf viele bedeutende Plastiken. 1501 erhielt er den Auftrag, einen überlebensgroßen David zu meißeln - eine seiner berühmtesten Skulpturen, die Ausdruck des Idealbildes vom Menschen war. Von 1508 bis 1512 malte er im Auftrag des Papstes die Decke der Sixtinischen Kapelle aus, mit biblischen Szenen von der Schöpfung bis zur Ankündigung des Erlösers. Und genau da möchte ich ansetzen! Sie alle kennen sicher den berühmten Ausschnitt des Deckengemäldes, "Creazione di Adamo", die Erschaffung des Menschen sozusagen. Zur Verdeutlichung habe ich Ihnen den entscheidenden Ausschnitt hier noch einmal bereitgestellt:

 

 

 





Wie Sie sehen können, berühren sich die göttliche und die menschliche Hand noch nicht, der überirdische Funke ist noch nicht übergesprungen. Da fragen wir uns doch gleich: warum?

Hierzu muss ich weiter ausholen. Michelangelo war nicht nur ein Bildhauer, Maler, Baumeister und Dichter, nein, wie kaum einer heutzutage weiss, war dieser schöpferische Geist in erster Linie ein großer Visionär, ein italienischer Nostradamus sozusagen, ein Hanussen des mittelalterlichen Mezzogiorno.

Fast täglich wurde er von Visionen heimgesucht, sah Bilder, Szenen, ja, richtige Geschichten vor seinem geistigen Auge ... und um diese zu verarbeiten, stürzte er sich danach wie ein Besessener in die Arbeit.

Am 13. Januar 1508, er saß gerade beim Mittagessen (es gab Minestrone wie so häufig - ach, bevor ich es vergesse, meine Informationen stammen aus dem Tagebuch seiner damaligen Haushälterin Lucia di Stefano, welches ich 1977 auf einer Auktion in Rom für 40.000 Lire ersteigert hatte, kein Mensch hatte es vorher gelesen, man achtete nur auf den hübsch marmorierten Einband), war es wieder soweit. Sein Kopf sank nach hinten, seine Augen wurden so glasig wie die dünne Suppe vor ihm und seine Lippen bewegten sich schwach. Lucia, die so gerne einmal ein paar pikante Geschichten aus Michelangelos Liebesleben vernommen hätte, näherte ihr Ohr dem Mund des Meisters, wurde aber aus den Worten, die sie vernahm, nicht schlau. Sie notierte jedoch alles. Danach machte sich Michelangelo an das Bemalen der Decke der Sixtinischen Kapelle, beginnend mit der Schöpfung (er ging streng chronologisch vor).

Nun, jene Worte, ich übersetze sie gerne für Sie, waren: nach Hause.

1977, als ich jenes Büchlein zum ersten Male studierte, rätselte ich auch über den Sinn dieses Ausspruchs. 125 verschiedene Theorien fielen mir ein, jedoch erschien mir keine plausibel genug, einen Zusammenhang zwischen diesen Worten und dem Deckengemälde herzustellen.

1982 jedoch fiel es mir ein, wie der Pinsel vom Gerüst. Ich war mit meinen drei Kindern Albert, Alfred und Alicia im Kino. Wir sahen uns einen Film über einen kleinen Ausserirdischen an. Und nun enthülle ich in einer Weltpremiere, was Michelangelo wirklich an die Decke der Sixtinischen Kapelle gepinselt hat:

Sehen Sie genau hin, wie die Bilder sich gleichen:

Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich sich die Finger auf dem neueren Bild berühren, aber das ist ja auch kein Wunder, Michelangelo wollte dem Zeitgeschehen ja nicht vorgreifen (er war sehr abergläubisch).

Nun, meine lieben Freunde, wissen Sie, was wirklich in Michelangelo vorging. Ich werde demnächst noch einige Werke von ihm interpretieren, Seien Sie gespannt.

Herzlichst

Ihr Prof. Dr. Hans Hirtemann