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Haarausfall Im Alter von 29 Jahren, ich befand mich zweifellos auf dem Höhepunkt meines physischen Daseins, begannen mir langsam die Haare auszufallen. Meine Frau meinte erst "Hans, eine Denkerstirn und Geheimratsecken sind doch genau richtig für einen renommierten Wissenschaftler.", aber nein, da musste ich meiner Heidi widersprechen. Das geschieht zwar selten, aber in diesem Fall hatte ich die Beweise in der Hand! Hatte ich doch nur zwei Wochen vorher einen meiner berühmten Selbstversuche an mir praktiziert, welcher wie folgt aussah: wie jeder weiss, wirkt sich die Körpertemperatur negativ auf die Spermienqualität aus. Nun, dachte ich so still bei mir, in der Natur ist doch eigentlich alles im Lot, alles hebt sich irgendwie auf, und so verfiel ich auf die kühne Idee, dass sich vielleicht die Körpertemperatur positiv auf das Denkvermögen auswirken könnte. Wir reden hier nicht von 40 Grad Fieber, oh nein, denn die Aussagen, die ich im Fieberdelirium schon von mir gegeben habe, sorgen noch heute für allgemeine Erheiterungen auf Familienfeiern, nein, wir reden hier von einer minimalen Zunahme der Kopfhauttemperatur. Zu meinem Selbstversuch: ich kaufte mir ein Buch mit dem Titel "Intelligenztests" in der kleinen Buchhandlung nebenan, die - eine Theorie von mir - nur überleben kann, weil mein ungeheurer Bildungsdrang mich immer wieder dorthin trieb. In diesem Buch waren 30 Tests zur Feststellung des eigenen IQ. Ich ließ mich also in meinem Büro nieder, schloß die Tür ab, entkleidete mich und löste den ersten Test. Das Ergebnis betrug 256. Nicht schlecht. Am nächsten Tag nahm ich das Büchlein wieder zur Hand, diesmal behielt ich aber meine Klamotten an. Das Resultat betrug nun 261, obwohl ich mich eigentlich vorher etwas schlapp gefühlt hatte. Am darauffolgenden Tag setzte ich eine Baseballmütze auf und siehe da: 267! Eine Wollmütze brachte 283 und zwei Wollmützen sogar 295. Als endgültigen Beweis löste ich noch einmal einen Test im Adamskostüm und landete erneut bei 256. Damit stand fest: steigende Temperatur der Kopfhaut wirkt sich positiv auf die Intelligenz aus! Und aus diesem Grund wollte, ja MUSSTE ich den drohenden Haarausfall stoppen. In jenen Tagen hatten wir eine sehr lästige Wolllausplage (PemphigusRhezomarca) in unserem Treibhaus. Meine Frau war sehr verzweifelt, da sie Tag und Nacht damit beschäftigt war, die haarigen Dinger mit einer Pinzette (sie krallen sich sehr fest!) vom Gemüse runterzuzupfen.
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Als ich sie so beobachtete, durchfuhr mich die Lösung für das Haarausfallproblem: Warum hießen diese Dinger denn WOLLläuse? Weil sie so stark behaart waren! Und woher kam diese unsäglich dichte Behaarung? Genetisch bedingt natürlich. Nun denn, ich holte meiner Frau einen Eimer und hieß sie, die abgepflückten Wollläuse in jenem zu sammeln. Nach drei Tagen war der Eimer voll. Ich trug ihn in unsere Küche und schöpfte eine Portion der kleinen Tierchen in den Mixer. Ein Knopfdruck und der Wolllausbrei war fertig. Nun musste ich mir das Zeug nur noch einverleiben. Mit einem Schuss Ananassaft schmeckte es gar nicht mal so übel. Jeden Morgen nun nahm ich einen Löffel Wolllausextrakt ein und siehe da: nach einigen Wochen war nicht nur der Haarausfall zum Erliegen gekommen, nein, es sprossen an den kahlen Stellen auch wieder flaumige Härchen! Manchmal liegt die Lösung so nahe! Und wenn Sie mich nun fragen, weshalb ich trotzdem das Nacktsein propagiere, so lassen Sie mich sagen: mein Kopfhaar ist inzwischen so dicht und wollig, dass zwei Pudelmützen da nicht mithalten können! Eine einfache Gleichung soll Ihnen nochmal die erstaunliche Wirksamkeit verdeutlichen:
Ihr Prof. Dr. Hans Hirtemann
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