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Die Hirtemann-Coccyx-ColumnaThoracalis-Methode - Profiling in den eigenen vier Wänden Trotz meiner allseits bekannten Effizienz und Robustheit stellt die Vielfalt meiner wissenschaftlichen Aufgaben mich oft vor ein gewisses Zeitproblem, schliesslich fordert meine liebe Frau Heidi auch mehrmals stündlich meine Aufmerksamkeit, die ich ihr natürlich immer wieder sehr gern schenke. Aus diesen Gründen wand ich mich vor einiger Zeit ans Arbeitsamt, und bat darum, dass man mir doch ein paar Arbeitswillige vorbeischicken solle, die mir zur Hand gehen könnten (natürlich nur bei den wissenschaftlichen Arbeiten!). Da ich recht oft von Ihnen gefragt werde, was ich denn genau den ganzen Tag zu tun habe und was alles zum Handwerk eines freischaffenden Universalgelehrten gehört, möchte ich Ihnen einige kleinen Ausschnitte meines Tagesablaufes präsentieren, zumindest für den Vormittag, wobei Sie die Uhrzeiten nicht so genau nehmen sollten, da einige Positionen meines Zeitplans doch beweglich sind und temporär und räumlich differieren: 5.21 Uhr: Aufstehen (ausser Montag bis Samstag, da bleiben Heidi und ich länger im Bett für Punkt 3) 5.21 Uhr: ein Tic Tac verspeisen 5.22 Uhr: xxx mit Heidi (keine nähere Erläuterung, wer mich kennt, weiss, worum es geht und ich möchte mich nach verschiedenen Abmahnungen nicht schon wieder mit meinen Neidern anlegen müssen) dann folgen Dinge wie Morgentoilette (natürlich etwas kürzer als bei Ihnen, da An- und Ausziehen fehlt) und Frühstück (die Toastschnitten von Heidi sind unerreicht!)
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6.34 Uhr: xxx 6.49 Uhr: xxx 7.15 Uhr: xxx 8.43 Uhr: xxx gegen 10.00 begebe ich mich dann in´s Arbeitszimmer 10.01 Uhr: xxx 10.46 Uhr: Sichtung der Post, Abheften und Verstecken der anzüglichen Briefe und Geschenke (tut mir leid, meine Damen, aber ich möchte nicht, dass Heidi das alles mitansehen muss) 10.59 Uhr: ich gehe zu Heidi in die Küche 11.00 Uhr: xxx 11.24 Uhr: wenn nötig gehe ich Heidi beim Kochen zur Hand, es sei denn, sie möchte mich überraschen, wenn ich darf, schäle ich aus, presse und drücke, verdicke und verdünne, rasple und knete, schmecke ab und koste von allem, was Heidi mir darbietet, kurz, ich tue, was sie gern von mir möchte 11.57. Uhr: xxx So ungefähr sind mein normaler Vormittag aus und Sie haben sicher schon gemerkt, dass es sich um zeitraubende und teilweise unangenehme (Tic-Tac) Arbeiten handelt, das Leben als Genie ist durchaus kein 24stündiges Zuckerschlecken, zumindest das Wort Zucker ist unzutreffend. Ich könnte bei vielen Dingen Unterstützung gebrauchen, zum Beispiel beim Abschreiben der Texte des Odiums, um es für Sie hier im Netz zugänglich zu machen, auch müssen in meinem Laboratorium täglich die Kolben geputzt, in meiner Werkstatt die Schrauben gezählt und im Garten die mutierten Erdbeeren (nach der Kreuzung mit den Orangen haben sie jetzt eine Schale und sind vorm Verfaulen geschützt) gepflegt werden. Und da beginnt leider das Dilemma, alle Leute, die bisher vom Arbeitsamt zu mir geschickt wurden, waren absolut unfähig, auch schon die geringsten Arbeiten anständig auszuführen. Stellen Sie sich vor, kein einziger hatte schon mal einen integrierten Dysthophalannihilator gesehen, mehrere mussten natürlich an irgendwelchen Knöpfen herumspielen und an mir blieb dann nach der Umwandlung wieder der Ärger hängen, ihnen neue Kleidung zu besorgen, Rock oder Hose, je nach Ergebnis. Auch bei Reparaturarbeiten am Haus war keiner zu gebrauchen, in unbeobachteten Augenblicken versuchten sie gleich, die Hirtiumwerkzeuge in ihre Taschen zu stecken. Das Hauptproblem aber bestand bei ALLEN darin, dass sie sich vor schweren Arbeiten drückten, indem sie Rücken- oder ähnliche Beschwerden vortäuschten. Nach meiner diesbezüglichen Rücksprache mit Firmen und Kollegen merkte ich, dass es sich hier um ein allgemein bekanntes und trauriges Problem handeln muss, dem ich allerdings Abhilfe zu verschaffen gedenke. Zusammen mit meiner lieben Heidi habe ich die patentierte Hirtemann-Coccyx-ColumnaThoracalis-Methode entwickelt, die allen Interessierten die Möglichkeit gibt, eindeutig nachzuweisen, ob eine Person ihre Beschwerden nur vortäuscht. Das Arbeitsamt Würzburg und die hat schon sein starkes Interesse bekundet. Ich werde Ihnen nun kurz erläutern, worum es geht. Die Grundannahme ist ja, dass die Versuchspersonen ihre Beschwerden nur vortäuschen, wenn es eben um Arbeiten geht, die keinen Spass machen und darum zielt meine Methode darauf ab, zu beweisen, dass die Beschwerden, wenn es um angenehme Dinge geht, plötzlich verschwunden sind. Als ich mit meiner lieben Heidi gemeinsam bei einer Tasse Kaffee auf dem Küchentisch lag, kam mir die entscheidende Idee. Bei 98,4 % meisten Kandidaten konnte ich einen ungeheuren Appetit auf Süsswaren aller Art feststellen, die sie immer von zuhause mitbrachten, weil sie von uns nichts bekamen und genau da wollte ich ansetzen. Die Methode basiert auf 3 Modulen, die verschiedene Arbeitsabläufe simulieren und dabei eindeutig die Tauglichkeit des nichtsahnenden Probanden nachweisen. Modul 1 a: Bücken Die Grundvoraussetzung für Modul b, falls der Kandidat hier versagt, sind weitere Tests unnötig, was mir allerdings in der Praxis noch NIE begegnet ist Dazu genügt es, auf dem Boden deutlich sichtbar ein Törtchen zu plazieren:
Bückt sich der Testkandidat danach (und das wird er!), wurde der erste Test erfolgreich absolviert. Modul 1b: Aufheben schwerer Gegenstände Das wichtigste und eindeutigste Modul, hier wird die Fähigkeit getestet, Pakete, Steine oder ähnliche für die Arbeit notwendigen Dinge vom Boden aufzuheben. Hierzu müssen sie nur einen Teller Kekse
deutlich erkennbar unter einen durchsichtigen, schweren Gegenstand stellen:
Wird der Gegenstand beiseitebewegt, um an die Kekse zu kommen, lässt das schon weitreichende Schlüsse zu. Modul 2: gerade Wirbelsäule Ein Kennzeichen der Rückenschmerzensimulation ist, dass die Simulanten sich eine leicht gebückte Haltung angewöhnt haben, aber auch die Fähigkeit, kerzengerade zu gehen, lässt sich nach meiner Methode sehr einfach nachprüfen. Hierbei sollte das Lockmittel:
nur über eine kleine Hilfskonstruktion erreichbar sein, eine kleine Brücke auf einer Rolle, durch die der Proband gezwungen ist zu balancieren, was mit einer gekrümmten Wirbelsäule quasi unmöglich ist. Modul 3: Strecken Manchmal sind auch Arbeiten nötig, bei denen es unumgänglich ist, den gesamten Körper einzusetzen und höhere Punkte zu erreichen (zum Beispiel beim Erklimmen der oberen Regale meiner Bibliothek), wovor sich auch gern gedrückt wird. Für diesen Test genügt schon eine grössere Stehleiter, auf deren Podest sich wiederum der Köder befindet:
Wenn alle Tests erfolgreich bestanden wurden (was Sie am besten mit einer Videokamera festhalten) können sie eindeutig den Betrug nachweisen und nach einer noch zu beschliessenden Gesetzesnovelle ist der Simulant dann zu 3 Monaten unentgeltlicher Arbeit zu Ihrem Nutzen verpflichtet. Meine Methode besticht vor allem mit ihrer Eindeutigkeit und der Tatsache, dass einfachste Haushaltsgeräte schon genügen um eindeutige Diagnosen zu stellen, ein Fakt, der besonders die Krankenkassen interessieren wird. Probieren Sie die Tests einfach an Ihren Familienmitgliedern aus, denn auch hier gibt es immer wieder Fälle des Thorax-Payn-Syndroms, sie werden auch bemerken, wie interessant und auch untehaltsam wissenschaftliche Arbeit sein kann. Herzlichst Ihr Prof. Dr. Hans Hirtemann
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