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The Art of Naked Cooking oder

Prof. Dr. Hans Hirtemanns neue Nude-l-küche

 

Meine lieben Freunde, lassen Sie mich so beginnen: die Nudel ist unser Freund. Haben Sie sich jemals Gedanken darüber gemacht, weshalb die Nudel Nudel heißt? Nun, Sie hat ihren Namen mit Fug und Recht verdient, verkörpert sie doch alles, was einen echten Nudisten auszeichnet. Sie ist gesund, führt ein preiswertes Dasein, sie ist im besten Falle knackig und in anderen butterweich, sie führt uns mannigfaltige Formen vor, eine schöner als die andere, aber vor allem ist sie nackt (nude). Und sie hat das erreicht, wonach wir Nudisten global streben: sie ist in aller Munde und sieht sich trotz ihres nackten Auftretens nicht mit Ablehnung konfrontiert.

Somit muss der Nudel ein Denkmal gesetzt werden. Und wer würde sich dazu besser anbieten als meine bescheidene Person. Da inzwischen sogar jeder Halbprominente ein eigenes Kochbuch auf den Markt wirft oder eine Kochsendung moderiert, ist es an der Zeit, Ihnen das ultimative Koch- und Genusserlebnis vorzustellen. Meine liebe Frau Heidi und ich zelebrieren diese Art der Nahrungszubereitung und -aufnahme seit vielen Jahren und erfreuen uns bester Gesundheit. Unser Geheimnis liegt wie so oft im Wörtchen "nackt", daher wollen wir unser Konzept als The Art of Naked Cooking bezeichnen und Ihnen im folgenden erzählen, was es damit auf sich hat.

Gehen wir gleich in medias res: verpönt, ja geradezu verachtet sind alle Zubereitungsweisen, die Nahrungsmittel verhüllen, als da wären: panieren, Teig- oder Speckmäntel, einwickeln, überbacken, bzw. unbescholtene nackte Lebensmittel in andere reinstecken sprich Füllen. Das A und O des Naked Cooking besteht des weiteren darin, dass auch der Koch oder die Köchin sowie später der Gast sich mit den Gerichten verbrüdern und ebenfalls so, wie Gott sie schuf, sich den Genüssen der Nude-l-küche hingeben. Denn: das Auge isst mit!

 

 





Wenn ich koche, beherrschen Eier, Bohnen, Nüsse, Wurst, Banane und Nudel unsere Küche. Wenn Heidi kocht triumphieren Melonen, Pfirsich, Äpfel, Birnen und Kokosnüsse.

Nun zu den Prinzipien des Naked-Cooking: alles muss geschält, sprich entkleidet werden. Befreien Sie Äpfel, Pfirsiche, Birnen, Bananen und jegliches andere Obst aus seiner unheiligen Schale. Häuten Sie Fleisch und Fisch.Verhelfen Sie so jedem Nahrungsmittel und auch sich selbst zu einem einzigartigen sinnlichen Erlebnis. Gegner werden nun sagen, dass Vitamine verloren gehen können, aber ich sage Ihnen: was sind schon ein paar Vitamine gegen rauhe Mengen an Glückshormonen, die Sie beim Anblick der geläuterten Lebensmittel durchströmen werden. Nie war eine Küche authentischer.

Nun möchte ich Ihnen ein paar ausgewählte Rezepte vorstellen:

1. Nudelnester mit dicken Bohnen

Hierbei handelt es sich um ein schnell zubereitetes "Not am Mann"-Gericht, wenn einem andere Genüsse versagt werden. Ich bereite es in der Regel dann zu, wenn Heidi von Kopfschmerzen gepeinigt wird. Wir benötigen:

1 Bd Bohnenkraut
0,5 Bd Salbei
150 g roher Schinken in Scheiben
0,5 TL Steinpilze, getrocknet
300 g Tomaten, reife
300 g Dicke Bohnen
400 g Tagliatelle (Nudelnester gibt es fertig zu kaufen) Salz
200 ml Sahne Weisser Pfeffer frisch gemahlene Muskatnuss (die wir ja sowieso im Haus haben, siehe Kalte Fusion)

Die Steinpilze in etwas Wasser einweichen. Die Tomaten kreuzweise einschneiden, kurz mit kochendem Wasser überbrühen und häuten (sehr wichtig). Dann halbieren, von Stielansatz und Kernen befreien und in kleine Stücke schneiden.
Die Bohnen zusammen mit einigen Salbei- und Bohnenkrautblättchen garen. Anschliessend abgiessen.
Den Schinken in dünne Streifen schneiden. Die Nudeln in kochendem Salzwasser in 8-10 Minuten bissfest garen.
Währenddessen den Schinken in einer beschichteten Pfanne ohne Fettzugabe anbraten, mit der Sahne (wahlweise auch Hirma, aber das dürfte nicht in jedem Haushalt vorhanden sein, noch nicht!) ablöschen.
Die Bohnen zugeben, mit Salz, Pfeffer, Muskat, in Streifen geschnittenem Salbei und etwas Bohnenkraut abschmecken.
Anschliessend die Steinpilze kurz abbrausen und zugeben.
Die Nudeln abgiessen, abtropfen lassen und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit der Sauce übergiessen, mit den Tomatenstückcken garniert servieren.
Tip: Als Variation kann man auch getrocknete chinesische Mu Err-Pilze (Wolkenohrenpilze) verwenden.
Pro Portion ca. 705 kcal = 2951 kJ.

2. Garnelen mit Glasnudeln, Gung Pad Wunsen

Ein sehr schönes Gericht, das sich hervorragend dazu eignet, verbrauchte Kräfte wiederaufzufüllen. Nudeln, Eiweiß, nackte Garnelenschwänze, ein Geheimtipp.

Dazu braucht man:

1 EL Zucker
100 g Weißkohl
3 EL Öl
1 gr Tomate
2 Frühlingszwiebeln
3 Knoblauchzehen
100 g Glasnudeln
2 EL helle Sojasauce
2 EL Austernsauce
2 EL Fischsauce (wahlweise Hirma)
700 g Garnelen roh
0,5 TL Schwarzer Pfeffer

Die Köpfe von den Garnelen abtrennen. Die Garnelen so schälen, dass das Schwanzende dran bleibt (denn hier sammeln sich die meisten Proteine, zudem fühlt man sich beim Zubereiten dadurch einfach besser). Die Garnelen am Rücken der Länge nach leicht einschneiden und putzen. Mit der Sojasauce und dem Pfeffer würzen.
Die Glasnudeln in heissem Wasser 10 Minuten einweichen, abtropfen lassen und mit einer Schere kleinschneiden.
Den Weisskohl schälen und putzen und in etwa zwei Zentimeter grosse Quadrate schneiden. Die Frühlingszwiebeln schälen und putzen, der Länge nach halbieren und in etwa drei Zentimeter lange Stücke schneiden. Die Tomate schälen, waschen und achteln.
Den Knoblauch schälen und fein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch darin goldgelb braten. Die Garnelen dazugeben und bei starker Hitze etwa eine Minute braten, bis sie sich hellrot färben. Die Weisskohlwürfel hinzugeben und eine weitere Minute braten.
Die Tomate, die Frühlingszwiebeln, die Glasnudeln, die Fisch- und Austernsauce, den Zucker und etwas Wasser hinzufügen und alle Zutaten gut vermischen. Etwa eine Minute weiterbraten, dann servieren. Zubereitung: ca. 40 Minuten. Pro Portion: ca. 310 kcal.

3. Pariser Kartoffeln

Eigentlich kommt dieses schnelle Rezept aus der Sparte: Safer Cooking.

Die Kartoffeln schälen und mit Hilfe eines Parisienausstechers Kartoffelkugeln ausstechen. Diese in Salzwasser al dente kochen. In einer Pfanne in Butter schwenken mit gehackten Kerbel bestreuen und anrichten.

4. Flambierter Obstsalat

Hier zeigt sich, ob sie schon ein Meister des Naked Cooking sind, denn wirklich alle Zutaten hierzu müssen meisterhaft geschält werden.

Benötigt werden:

3 EL Zucker
1 EL Butter
1 Zitronensaft
1 Banane
1 Orange
4 cl Rum
1 Birne
30 g Mandelstifte
1 Apfel
0,5 Zitronenschale, abgerieben
4 Pfirsichhälften, Dose (sind schon geschält)
130 g Coktailkirschen, Glas


Orangen schälen (auch die weiße Haut muß weg) und in Scheiben schneiden. Apfel und Birne schälen, vierteln. Kerngehäuse entfernen und in feine Schnitze schneiden. Banane schälen. In dicke Scheiben schneiden. Pfirsichhälften und Coktailkirschen gut abtropfen lassen. Pfirsichhälften noch mal halbieren. Fruchtstücke mischen.
Butter in der Flambierpfanne mit dem Zucker 5 Minuten erhitzen und ständig rühren bis der Zucker karamelisiert ist. Dann kommen Zitronenschale und Mandelstifte rein. In 5 Minuten hellgelb bräunen. Obst und Zitronensaft dazugeben. 5 Minuten unter ständigem Beschöpfen erwärmen. Rum drübergießen. Anzünden, abbrennen lassen und anrichten. Mit dem Bratfond begießen. Noch warm servieren. Vorbereitung: 20 Minuten Zubereitung: 15 Minuten, mehr oder weniger kalorienarm

Natürlich haben meine liebe Heidi und ich inzwischen mehr als 1000 Rezepte gesammelt, ausprobiert und verspeist. Dies würde jedoch hier den Rahmen sprengen. Sollte Ihr Interesse an meiner revolutionären neuen Küche "The Art of Naked Cooking" größer sein als erwartet, was ich angesichts der diversen Sinnlichkeiten vorausetze, so teilen Sie mir dies mit und ich werde die Rezeptsammlung gerne erweitern. Sehr willkommen sind auch Fotos aus Ihrer Küche, die Zubereitung und fertige Gerichte zeigen.

Ein Kochbuch ist in Planung.

Herzlichst

Ihr Küchenchef Prof. Dr. Hans Hirtemann