| Home

| Mein Leben

| Theorien

| Aktuelle Projekte

| Prakt. Lebenshilfe

| Regeln zum Glück

| Gedichte

| Kunstkritik

| Nudismus

| Fotoalbum

| Leserbriefe

| Chat

| Email

 

Ötzi - woher er kam, wohin er ging

 

Sie alle erinnern sich an den denkwürdigen Herbst des Jahres 1991, als am Hauslabjoch im Similaungletscher die guterhaltene Mumie eines Mannes entdeckt wurde, der wie kein anderer die Besuchermassen ins Museum locken sollte - nein, nicht Lenin, ich spreche von Ötzi, dem steinzeitlichen Gletscherwanderer, dessen Weg ich hier nachzeichnen möchte.

Ich war gerade dabei, mit meiner Familie, meiner lieben Frau Heidi und meinen Kindern Albert, Alfred und Alicia, ein kurzweiliges Eisballett einzustudieren,

als etwas in meiner Hose zu vibrieren begann. Nach zwei Minuten nahm ich den Anruf entgegen, der mich zu einem der größten Geheimnisse führen sollte, die ich jemals gelüftet habe.

 

 

 





Sofort begannen wir mit den Untersuchungen des mumifizierten Körpers, rechts, das bin ich:

Während meine Kollegen sich so nach und nach ihre Theorien zusammenbastelten, wuchs in mir eine ungeheuerliche Vermutung, doch lassen Sie es mich Schritt für Schritt begründen.

Hier sehen wir zwei Körner, die sich in Ötzis Umhang verfangen hatten:

Während meine Kollegen diese Körner mit den Worten "Ach, Weizen" kommentierten, ging ich einen Schritt weiter und isolierte heimlich nach Feierabend die DNS dieser Samenkörner. Das Ergebnis verblüffte mich. Es handelte sich um den seit Jahrhunderten nicht mehr in dieser Form wachsenden Asiatischen Spreizweizen, ja, Sie haben richtig gehört, Asiatisch! Noch konnte ich mit dieser Information nichts weiter anfangen, bis sich am nächsten Tag das zweite Puzzleteilchen einfand. Man entdeckte auf Ötzis Rücken eine Tätowierung:

Meine Mitarbeiter sahen jene Zeichnung an und meinten "Ach, eine Tanne", nun ja, das muss ich wohl nicht kommentieren. Wir sehen hier ganz deutlich einen Rumpf mit acht Gliedern. Und woran erinnert das den umfassend gebildeten Durchschnittsbürger? Jawohl, an die Darstellung hinduistischer Gottheiten! Wobei wir uns wieder im asiatischen Raum befinden.

Des weiteren war auch für meine Kollegen ersichtlich, dass Ötzi wohl eine sehr lange Reise hinter sich gehabt haben musste, er schien Hunderte, ja, Tausende von Kilometern gewandert zu sein, denn seine Knochen und Gelenke waren stark abgenutzt, sein Körper verriet Entbehrungen und er schien insgesamt sehr verbraucht.

Ich untersuchte Reste seines Blutes. Dabei fand ich etwas Erstaunliches heraus: die Anzahl der roten Blutkörperchen war enorm erhöht. Das deutet auf einen Aufenthalt in großer Höhe hin. Zwar fand man Ötzi in den Alpen, jedoch ist kein Berg dieses Gebirgsmassivs hoch genug, um eine derartig hohe Anzahl an roten Blutkörperchen zu provozieren. Zusätzlich entdeckte ich noch Rückstände auf eine beachtliche Sättigung seines Blutes mit Glückshormonen.

Währenddessen war man an den Fundort zurückgekehrt und hatte Ötzis Ausrüstung entdeckt. Wie Sie alle unschwer erkennen können, war Ötzi für lange Bergwanderungen bestens gerüstet:

Das alles kombinierte ich blitzschnell und ich hatte eine so einfache wie bestechende Erklärung, sehen Sie sich dieses Foto an:

Wie Sie alle unschwer erkennen können, handelt es sich hierbei um den Mount Everest. Und lassen Sie mich nun in einer Weltpremiere folgendes verkünden:

nicht Sir Edmund Hillary und auch nicht George Mallory, dessen Körper man letztes Jahr am Mount Everest entdeckte, waren die ersten Bezwinger des Mount Everest, nein, es war unser kleiner Gletschermann namens Ötzi. Leider erreichte er nie sein kleines Bergdorf und konnte seiner Familie und seinen Freunden von dem Glücksgefühl berichten, das ihn durchströmt haben muss, als er oben auf dem Gipfel dieses Berges des Todes "Im Win thu Sme" in die sauerstoffarme Luft hinausgeschmettert hatte, was soviel heisst wie "Ich bin der König der Welt!".

Doch wozu gibt es die Wissenschaft und ihre brillanten Köpfe? Um dem unreflektierten Rätselraten Einhalt zu gebieten und den Durst der Menschheit nach Wissen zu stillen.

Herzlichst

Ihr Prof. Dr. Hans Hirtemann