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Mein ganz besonderes Verhältnis zu Vlad Tepes, dem Pfähler

Mit Interesse konnte ich in der letzten Zeit beobachten, dass meine geliebte Heidi analog zu meiner persönlichen und immer wachsenden Korrespondenz ebenfalls in zunehmendem Maße Fanpost erhält. Daher fühle ich mich genötigt, die männlichen (und auch einige weibliche) Briefeschreiber darauf hinzuweisen, dass Heidi kein Interesse an Grossaufnahmen primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale hat, zumindest nicht in dem Sinne, wie sie sie vielleicht verstanden wissen wollen. Sie bereiten uns zugegebenermassen lustige Stunden, wie oft kommt Heidi in mein Büro gestürmt und krümmt sich vor Lachen, während sie mir einige ihr zugesandte Bilder vor Augen hält. Aber da das wohl nicht in ihrer Absicht liegt, wollte ich sie in diesem Zusammenhang darauf hinweisen. Die ebenfalls oft zugesandten Plastikgeräte haben wir an Alfred weitergegeben, der sie nach eigenen Angaben oft und gern verwendet und sich auf diesem Wege recht herzlich dafür bedanken möchte. Nicht umsonst beginne ich dieses kleine Essay sehr privat, denn in seinem Mittelpunkt steht diesmal meine allerliebste Heidi persönlich, deren aussergewöhnliche und mir sehr hilfreichen Fähigkeiten ich meinen lieben Lesern nicht vorenthalten möchte, haben sie doch auch einen wissenschaftlich und historisch interessanten Hintergrund. Schon als ich Heidi vor vielen vielen Jahren als junges, wenn auch gar nicht unerfahrenes Mädchen kennen und lieben lernte (hier das Bild, welches ich jahrelang in meiner löchrigen Hosentasche trug, leider hatte sich ihre Schwester mit auf das Bild gedrängelt)

 

 

 





gab es eine Reihe seltsamer Begebenheiten. Heidi gelang es damals (und es gelingt ihr noch immer) als erster Frau, mich wirklich zu faszinieren und länger als 42 Nächte an sich zu binden. Schon diese Tatsache allein - obschon ich noch heute für sie dankbar bin - verwunderte mich und ich fragte mich immer, woher denn ein Teil dieses besonderen Reizes stammen mochte. Es gab einige erste Hinweise, die ich zunächst aber noch nicht überbewertete, es ist ja durchaus noch nicht ungewöhnlich, dass ein Mensch keinen Knoblauch essen will, aber wird es unter Umständen dann, wenn er die Blumenvase auf dem Tisch zerschlägt und damit auf den Kellner losgeht.

Eine ernste Probe unserer noch jungen Liebe war der Tag, an dem ich Heidi eine sehr teure Halskette mit einem auf einer Silbermünze aufgeprägten Portrait von mir schenken wollte, was ich aber erst später erfuhr. Sie sagte mir auf mein Nachfragen immer nur, sie wäre ihr zu billig, deswegen wolle sie die Kette nicht tragen.

Als der Tag nahte, vor dem sich viele Männer fürchten, an dem sie nämlich der Familie ihrer Angebeteten zum ersten Mal gegenübertreten müssen (ich hatte natürlich keinerlei Bedenken, meine physischen Voraussetzungen konnten besser nicht sein, wovon sich auch Heidis Mutter schnellstens überzeugen wollte), wurden meine leichten Zweifel sofort zerstreut, denn selten hatte ich eine so herzliche Aufnahme in eine so normale Familie gefunden:

So vergingen viele Jahre, ohne dass ich etwas Ungewöhnliches an Heidi bemerkte, außer, dass sie, wann immer es darum ging, Insektengift (einmal) oder gesunde Flüssigkeiten (täglich) auszusaugen, eine unglaubliche Ausdauer und Geschicklichkeit bewies. Erst als sie eines Tages beiläufig auf dem Frühstückstisch bemerkte, dass sie kürzlich ein Schloss geerbt habe und mir folgendes Foto zeigte

wurde der Verdacht wieder erweckt, und auf mein Nachfragen erklärte sie mir, wie sie an ein Schloss in der Walachei gekommen war. Ihr Familienstammbaum lässt sich sehr weit zurückverfolgen und einer ihrer bekannten Vorfahren lebte in eben diesem Schloss im heutigen Rumänien. Meine Nachforschungen ergaben, dass er zu den vielen historischen Persönlichkeiten gehört, deren Namen durch böswillige und neidische Zeitgenossen verunglimpft und durch die Nachwelt immer weiter verzerrt wurde.

Der Fürst Vlad Tepes (1431-1476), zu dessen Nachfahren meine liebe Heidi nämlich gehört, machte zu seinen Lebzeiten vor allem durch seine sprichwörtliche Standfestigkeit von sich reden, ein Symbol dieser Eigenschaft befindet sich (bis heute von der etablierten Wissenschaft unbemerkt) als Zier auf seinem Helm:

Dies war der Grund, warum er von den von ihm beglückten Frauen den Kosenamen „Tepes" (der Pfähler) erhielt. Natürlich war er bei seinen männlichen Untertanen nicht besonders beliebt und diese waren auch verantwortlich für die Verbreitung der Lügenmärchen über ihren Fürsten, da sie ja auch ausreichend Zeit zum Schreiben hatten, und die Frauen konnten Vlad aus dem Mangel an eben dieser nicht verteidigen. Wie so oft trugen auch die Mönche ihr Scherflein bei und erdachten sich viele Greuelmärchen von geraubten Seelen und ähnlichen Dingen. Vlad war allerdings nur der bekannteste Vertreter einer Familie, die ihre besonderen Fähigkeiten (Pfählen bei den Männern, Saugen bei den Frauen) bis in die heutige Zeit bewahren konnten, wie ich an eigenem Leib immer wieder feststellen kann.

Nun ist es aber oft so, dass die jeweiligen potentiellen Partner der Familienmitglieder den besonderen Anforderungen nicht genügen und deshalb (um sie zu schützen) schnell wieder im Stich gelassen werden müssen, was über die Jahrhunderte immer wieder zu erneuten Verleumdungen wegen gekränkter Eitelkeit führte. Ich kann mich auf jeden Fall daran erfreuen, dass meine liebe Heidi aus einer so angesehen und berühmten Familie mit über Generationen tradierten und verbesserten Kenntnissen und Fähigkeiten auf den erwähnten Gebieten stammt.

Herzlichst

Ihr Prof. Dr. Hans Hirtemann